MGEPA Patientenbeauftragte - Ambulante Versorgung – Ablehnung der Behandlung aus wirtschaftlichen Gründen

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Büro des Patientenbeauftragten

Anschrift: Gesundheitscampus-Süd 9, 44801 Bochum
Telefon: 0234 91535 1910

E-Mail: info(at)patientenbeauftragter.nrw.de

Patiententelefon: 0234 91535 1940
(MO-FR 9.00-18.00 Uhr in Kooperation mit „NRW direkt“)

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Ambulante Versorgung – Ablehnung der Behandlung aus wirtschaftlichen Gründen

Herr S. klagte seit mehreren Wochen über Rückenschmerzen, zudem hatte er sich eine Sportverletzung am Ellenbogen zugezogen. Er nahm die akute Verletzung zum Anlass, um die genannten Beschwerden untersuchen und behandeln zu lassen. Der aufgesuchte Orthopäde teilte ihm jedoch mit, dass „aufgrund der kassenärztlichen Vergütung lediglich eine Beschwerde im Quartal behandelt werden könne“. Der Patient interpretierte diese Auskunft als Scherz, was jedoch durch den Orthopäden verneint wurde. Herr S. sollte entscheiden, welche Beschwerde am dringendsten zu behandeln sei. Er konnte zwar die Risiken nicht abwägen, entschied sich aber zunächst für die Behandlung der Rückenschmerzen. Gleichzeitig war er mit dieser Vorgehensweise völlig unzufrieden und fühlte sich vom Facharzt medizinisch und menschlich nicht gut versorgt.

Herr S. wollte dieses Verhalten des Arztes nicht hinnehmen, wandte sich an das Büro des Patientenbeauftragten und bat um Aufklärung über seine Rechte und mögliche Handlungsoptionen.

Grundsätzlich sind niedergelassene Ärztinnen und Ärzte verpflichtet, Patientinnen und Patienten bei medizinischer Notwendigkeit zu behandeln und dürfen eine Behandlung aus rein wirtschaftlichen Gründen nicht ablehnen.

Betroffene haben die Möglichkeit, sich bei ihrer Krankenkasse und der Kassenärztlichen Vereinigung in Nordrhein bzw. Westfalen-Lippe über das Fehlverhalten einer Ärztin bzw. eines Arztes zu beschweren und um die Vermittlung einer anderen Ärztin oder eines Arztes zu bitten.

Bei einer vermuteten Verletzung von Patientenrechten können Patientinnen und Patienten zudem bei den zuständigen Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe Beschwerde einreichen.

Das Recht auf freie Arztwahl berechtigt Betroffene auch, direkt eine andere Ärztin oder einen anderen Arzt zu konsultieren.

Die genannten Handlungsmöglichkeiten wurden dem Ratsuchenden aufgezeigt. Dieser suchte in der Folge einen anderen Orthopäden auf, welcher selbstverständlich bereit war sowohl seine Rückenbeschwerden als auch die Sportverletzung am Ellenbogen zu behandeln.

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