MGEPA Patientenbeauftragte - Ambulante Versorgung – Hohe Aufzahlung bei der Arzneimittelversorgung

Übersprungnavigation


Seiteninfo

Fragen_Antworten

Büro des Patientenbeauftragten

Anschrift: Gesundheitscampus-Süd 9, 44801 Bochum
Telefon: 0234 91535 1910

E-Mail: info(at)patientenbeauftragter.nrw.de

Patiententelefon: 0234 91535 1940
(MO-FR 9.00-18.00 Uhr in Kooperation mit „NRW direkt“)

Nachricht senden >

Inhalt

Ambulante Versorgung – Hohe Aufzahlung bei der Arzneimittelversorgung

Frau Z. wurde nach erfolgreicher Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen. Für die weitere Arzneimitteltherapie bekam die Patientin eine konkrete Empfehlung der behandelnden Stationsärztin für die weitere ambulante Versorgung. Mit einem entsprechenden Rezept ihres zuständigen niedergelassenen Facharztes  hat sie in der Apotheke allerdings nicht das verordnete Originalmedikament, sondern ein  Ersatzpräparat (Generikum) mit vergleichbarem Wirkungsspektrum erhalten. Dieses musste sie im Verlauf der Therapie aufgrund von Nebenwirkungen und einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes wieder absetzen. Mit einem neuen Rezept des behandelnden Facharztes konnte Frau Z. das empfohlene Originalmedikament nur gegen eine hohe Aufzahlung beziehen.

Für das von der Krankenhausärztin empfohlene Medikament galt eine sogenannte Festbetragsregelung. Die Differenz zwischen dem Festbetrag, der seitens der Krankenkasse übernommen wird, und dem Apothekenverkaufspreis war sehr hoch. Langfristig konnte sich Frau Z. diesen Eigenanteil, aufgrund des niedrigen Einkommens der Familie, nicht leisten. Nach der Therapie-Erfahrung der Patientin halfen andere Medikamente wenig und die Gefahr einer erneuten Einweisung ins Krankhaus war groß. Die direkte Kontaktaufnahme mit der Krankenkasse führte zu keiner befriedigenden Regelung, deshalb wandte sich die Betroffene mit der Bitte um Unterstützung an den Patientenbeauftragten des Landes Nordrhein - Westfalen.

Mit der Vollmacht der Patientin ausgestattet, hat sich das Büro des Patientenbeauftragten mit der Krankenkasse über Lösungsmöglichkeiten ausgetauscht, wie unter Berücksichtigung der konkreten Situation die Versorgung gewährleistet und die Aufzahlung verhindert werden kann. Als Lösungsoption wurde das folgende Vorgehen ausgearbeitet:

Mit Begleitung des behandelnden Arztes, sollte die Möglichkeit einer Umstellung auf ein wirkstoffgleiches Arzneimittel oder auf einen anderen Wirkstoff in Betracht gezogen werden. Sofern die Umstellung nicht zum Erfolg führen sollte, wäre die Krankenkasse bereit, in Abhängigkeit vom Behandlungsergebnis und nach Begutachtung durch den MDK, die Kosten für das medizinisch wirksame Medikament im Sinne einer Einzelfallentscheidung vollumfänglich zu übernehmen.

Damit konnte Frau Z. geholfen werden.

Eine Einzelfallentscheidung ist ein Verwaltungsakt, der auf gesonderten Umständen,  in der Regel auf einer individuellen Ausnahme beruht.

Fuß-Navigation

Übersichts-Bereich