MGEPA Patientenbeauftragte - Fachärztliche Hausbesuche - Am Beispiel einer stationären Pflegeeinrichtung

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Fachärztliche Hausbesuche - Am Beispiel einer stationären Pflegeeinrichtung

Der Vater von Herrn K. ist schwerstpflegebedürftig und wohnt in einer stationären Einrichtung. Er benötigt aufgrund seiner Erkrankung regelmäßig eine fachärztliche Behandlung. Allerdings hatten weder Herr K. noch die Pflegekräfte der Einrichtung bisher eine Fachärztin oder einen Facharzt vor Ort gefunden, die bereit gewesen wären, Hausbesuche in der Einrichtung durchzuführen. Ein Facharzt des Nachbarortes stimmte schließlich zu, den Patienten in seiner Praxis zu behandeln. Ein Krankentransportwagen brachte den Vater nun einmal im Monat dorthin. Nach diesen Besuchen litt der Vater regelmäßig unter massiven Ängsten und starker Unruhe. Herr K. wollte nun wissen, ob Ärztinnen und Ärzte nicht verpflichtet sind, Hausbesuche auch in einer stationären Pflegeeinrichtung zu übernehmen.

Grundsätzlich gilt: Zum Arztberuf gehören Hausbesuche. Hausbesuche sind durchzuführen, wenn die Patientinnen und Patienten die Praxisräume aus gesundheitlichen Gründen nicht aufsuchen können. Das ist z. B. aufgrund von Bettlägerigkeit der Fall.

Grundsätzlich hat die behandelnde Hausärztin oder der behandelnde Hausarzt die Aufgabe der Besuchsbehandlung. Aber auch der Facharzt ist zum Hausbesuch verpflichtet, wenn bei einem von ihm behandelten Patienten wegen einer Erkrankung aus seinem Fachgebiet ein Besuch notwendig ist. Diese Verpflichtung besteht ebenfalls, wenn der Facharzt zur konsiliarischen Behandlung hinzugezogen wird und nach der gemeinsamen Beratung weitere Besuche durch ihn erforderlich sind. Besuche außerhalb des üblichen regionalen Praxisbereiches können von Vertragsärzten dagegen abgelehnt werden.

Nach der ärztlichen Berufsordnung kann die unterlassene Durchführung eines erforderlichen Hausbesuches Konsequenzen haben. Laut der Berufsordnung der Ärztekammer besteht die Verpflichtung, den Beruf gewissenhaft auszuüben und dem - seitens der Patientinnen und Patienten entgegengebrachten - Vertrauen zu entsprechen. Das ärztliche Handeln ist am Wohl der Patientinnen und Patienten auszurichten.

Die pflichtwidrige Nichtdurchführung eines Besuches kann daneben disziplinarrechtlich relevant sein. Die Durchführung von Hausbesuchen ist eine durch die Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung übernommene Verpflichtung.

Die Übernahme von Hausbesuchen durch Fachärztinnen und Fachärzte erweist sich dennoch als ein generelles Problem.

Die Verpflichtung, Hausbesuche durchzuführen, greift in der Regel nur dann, wenn zuvor bereits ein Behandlungsverhältnis bestand. Die Aufnahme neuer Patientinnen und Patienten und demnach auch die Durchführung von Hausbesuchen können aus verschiedenen Gründen abgelehnt werden. Die neu eingerichteten Terminservicestellen sind für die Vermittlung von Hausbesuchen nicht vorgesehen.

Aus Patientensicht ist es daher sinnvoll, eng mit der Hausärztin bzw. dem Hausarzt zusammenzuarbeiten. Diese können bei der Facharztsuche unterstützen und selbst Kontakt zu den fachärztlichen Kolleginnen und Kollegen aufnehmen. Sollte das Gespräch nicht den gewünschten Erfolg haben, kann eine Anfrage bzw. Beschwerde an die Kassenärztliche Vereinigung (KV), die für die Sicherstellung der ambulanten Behandlung verantwortlich ist, gerichtet werden.

Im Fall des Vaters von Herrn K. konnte durch Vermittlung des Patientenbeauftragten mit unmittelbarer Unterstützung der KV eine Fachärztin gefunden werden, die die benötigten Hausbesuche in der stationären Einrichtung übernahm.

Ein derartiges direktes Eingreifen stellt nicht den Regelfall dar, zumal die Versorgung aus Sicht der KV durch die Versorgung im Nachbarort sichergestellt war.

Umfassende Informationen zur Regelung von ärztlichen Hausbesuchen können z. B. auf den Seiten der KV Nordrhein abgerufen werden.

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