MGEPA Patientenbeauftragte - Facharztproblematik / Schmerztherapie

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Büro des Patientenbeauftragten

Anschrift: Gesundheitscampus-Süd 9, 44801 Bochum
Telefon: 0234 91535 1910

E-Mail: info(at)patientenbeauftragter.nrw.de

Patiententelefon: 0234 91535 1940
(MO-FR 9.00-18.00 Uhr in Kooperation mit „NRW direkt“)

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Facharztproblematik / Schmerztherapie

Bei Frau H. wurden im November 2015 Verletzungen des Meniskus und Knorpelschäden am Kniegelenk diagnostiziert, die starke Schmerzen zur Folge hatten. Als therapeutische Maßnahme wurde eine Arthroskopie zur Entfernung der verletzten Gelenkstrukturen vereinbart. Um zwischenzeitlich die Arbeitsfähigkeit von Frau H. zu erhalten, riet der behandelnde Orthopäde zu einer entzündungshemmenden Kortisoninjektion in das betroffene Kniegelenk.

Der behandelnde Orthopäde bot die Injektion als „Individuelle Gesundheitsleistung“ (IGeL) an. Die Kosten hierfür hätte Frau H. selbst übernehmen müssen. Da die Wartezeit auf die geplante Arthroskopie mehr als sechs Wochen betrug, wandte sich Frau H. an ihre Krankenkasse, um eine Kostenübernahme der Injektion zu erwirken. Die Kostenübernahme wurde verweigert. Auf der Grundlage der aktuellen gesetzlichen Vorschriften werden die Kosten einer schmerzreduzierenden Kortisoninjektion lediglich dann von den gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen, wenn diese durch zugelassene Schmerztherapeuten durchgeführt wird. Aus diesem Grund wurde Frau H. eine Liste mit zugelassenen Schmerztherapeuten zur Verfügung gestellt, die sie umgehend kontaktierte. Der früheste Termin war allerdings erst nach acht Wochen möglich und lag damit nach der geplanten Arthroskopie des betroffenen Knies.

Enttäuscht über diese Leistungseinschränkung und die langen Wartezeiten bei niedergelassenen Schmerztherapeuten kontaktierte Frau H. das Büro des Patientenbeauftragten, um auf diese nachteilige Problematik hinzuweisen. Das Büro des Patientenbeauftragten nahm die Informationen im Sinne der Sensorfunktion auf. Zudem wurde Frau H. an die Arzneimittelberatung der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) vermittelt, um zu klären, ob alternative Therapieformen zur Verfügung stehen, die in vergleichbarer Weise zur Schmerzreduktion beitragen.

Achtung! Im Jahr 2016 darf es so lange Wartezeiten auf eine Behandlung beim Facharzt nicht mehr geben. Gemäß dem 2015 in Kraft getretenen Versorgungsstärkungsgesetz muss seit dem 25.01.2016 Patientinnen und Patienten, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, bei einer dringenden Überweisung zum Facharzt binnen vier Wochen ein Termin durch die Terminservicestellen der kassenärztlichen Vereinigungen vermittelt werden, wenn sie selbst zeitnah einen Termin nicht vereinbaren konnten.

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