MGEPA Patientenbeauftragte - Stationäre Versorgung – Probleme mit der Patientenverfügung

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Büro des Patientenbeauftragten

Anschrift: Gesundheitscampus-Süd 9, 44801 Bochum
Telefon: 0234 91535 1910

E-Mail: info(at)patientenbeauftragter.nrw.de

Patiententelefon: 0234 91535 1940
(MO-FR 9.00-18.00 Uhr in Kooperation mit „NRW direkt“)

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Stationäre Versorgung – Probleme mit der Patientenverfügung

Herr L. wandte sich an das Büro des Patientenbeauftragten, um über den problematischen Umgang mit der Patientenverfügung seiner zwischenzeitlich verstorbenen Mutter zu berichten. Aus seiner Sicht ignorierte die behandelnde  Klinik die Patientenverfügung der schwerkranken Frau und missachtete damit ihren Willen, keine lebensverlängernde „Gerätemedizin“ am Lebensende einzusetzen. Zudem fühlte er sich widersprüchlich informiert und nicht ausreichend über das Ziel der laufenden Behandlungen aufgeklärt. Erst mit der Verlegung der Mutter in eine andere Klinik wurde den Vorgaben ihrer Patientenverfügung von dem dortigen Personal gefolgt.

Ausgestattet mit einer Entbindung von der Schweigepflicht nahm das Büro des Patientenbeauftragten Kontakt mit der ersten Klinik auf. Nach einem zunächst schriftlichen Austausch fand ein persönliches Gespräch zwischen dem Patientenbeauftragten und dem ärztlichen Direktor der Klinik statt. Der ärztliche Direktor führte den komplexen Ablauf der Behandlung aus und räumte Fehler in der Kommunikation mit den Angehörigen ein. Insbesondere zeigte er sich darüber irritiert, dass er von den Behandelnden nicht in die Entscheidung über die Interpretation der vorliegenden Patientenverfügung einbezogen wurde.

Der Chefarzt sicherte zu, die Abläufe und den Umgang mit Patientenverfügungen in seinem Hause zu optimieren und die Kommunikation mit den Angehörigen zu verbessern. Die Klinik bedauerte ihr Verhalten gegenüber der Patientin und den Angehörigen sehr.

Herr L. akzeptierte diese Rückmeldung und sah von weiteren Schritten ab.

Die Auslegung von Patientenverfügungen führt in der Praxis immer wieder zu unterschiedlichen Einschätzungen. Aus diesem Grund sollte die Patientenverfügung so konkret wie möglich verfasst sein, sodass bestimmte medizinische Maßnahmen ableitbar sind. Eine Überprüfung der Patientenverfügung durch eine fachkundige Person, einen Arzt oder eine Ärztin ist zu empfehlen. Hilfreiche Informationen zum Thema Patientenverfügung finden Sie bei den nachfolgend genannten Institutionen:

Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz: Unter der Überschrift: Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung finden Sie Informationen und Formulare zur Vorsorgevollmacht sowie zur Betreuungs- und Patientenverfügung. Sie können sich die Informationen auch als Broschüre herunterladen und ausdrucken. Broschüre 2016

Ärztekammer Nordrhein: Die Ärztekammer Nordrhein hat einen Leitfaden veröffentlicht, der sich auf die Angaben des Justizministeriums bezieht, dennoch ergänzende Hinweise enthält.

Ärztekammer Westfalen-Lippe: Die Ärztekammer Westfalen-Lippe stellt ebenfalls einen Leitfaden zur Verfügung. Zudem bietet sie gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe im Rahmen ihrer Patientenberatung eine kostenlose Beratung zum Thema unter der Telefonnummer 0251 929-9000 an.

Wichtig!

Mit Bezug auf die jüngste Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom Juli 2016 zum Thema Patientenverfügung muss darauf hingewiesen werden, dass die empfohlenen Formulare und Textbausteine nur eine Orientierung bieten können.

Unabhängige Beratung zum Thema Patientenverfügung, allerdings kostenpflichtig, bieten auch die Verbraucherzentralen in Nordrhein-Westfalen. Über diesen Link können Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden.

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