MGEPA Patientenbeauftragte - Nachrichtenarchiv 2012

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Büro des Patientenbeauftragten

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E-Mail: info(at)patientenbeauftragter.nrw.de

Patiententelefon: 0234 91535 1940
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Nachrichtenarchiv 2012

03.12.2012 / Service

IGeL-Ratgeber

Ärzte und Patienten: Für beide ist der Ratgeber ein Hilfsangebot für den kritischen Umgang mit den Individuellen Gesundheitsleistungen – IGeL. Kernstück des Ratgebers ist eine für den jeweiligen Adressaten entwickelte Checkliste mit 10 Fragen, die ein fundiertes Handeln ermöglichen soll. Der Patient wünscht eine IGeL oder der Arzt schlägt ihm eine IGeL vor. In dieser Situation hilft der Ratgeber einerseits dem Patienten bei der Entscheidung für oder gegen die ihm angebotene oder von ihm gewünschte Leistung. Andererseits erhält der Arzt z. B. Empfehlungen für die sachliche und auf den gegenwärtigen Wissensstand gestützte Beratung des Patienten über die IGeL.

Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung haben den überarbeiteten IGeL-Ratgeber „Selbst zahlen?“ ins Netz gestellt. Er wurde gemeinsam mit dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin entwickelt und wird von allen Ärzteverbänden unterstützt.

Der neue Ratgeber steht zum kostenlosen Download auf der Webseite http://www.igel-check.de/ zur Verfügung. Viele nützliche Informationen rund um IGeL finden Sie auf der Webseite „IGeL-Monitor“.

Webseite "IGeL-Ratgeber" besuchen >


21.11.2012 / Aufklärung

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

In der Europäischen Union sollen aufgrund von neuen gesetzlichen Regelungen im Bereich der Arzneimittelsicherheit (Pharmakovigilanz) Nebenwirkungsmeldungen durch Patientinnen und Patienten eine größere Bedeutung erhalten. Vor diesem Hintergrund startete Anfang Oktober 2012 ein neues Internetangebot der zuständigen deutschen Bundesbehörden – dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI).

Über das Internetportal www.verbraucher-uaw.pei.de können Verdachtsfälle von Nebenwirkungen (sogenannte unerwünschte Arzneimittelwirkungen, kurz UAW) direkt von Patientinnen und Patienten gemeldet werden. In einer ersten Testphase wird eine vereinfachte Online-Meldung erprobt, um eine schnellere Erfassung und Analyse von Arzneimittelrisiken zu ermöglichen. Ergeben sich aus den Meldungen Hinweise auf besondere Risiken bestimmter Arzneimittel, werden diese zum Beispiel in die Packungsbeilagen von Arzneimitteln aufgenommen oder Ärzte und Apotheker gesondert über die neuen Erkenntnisse informiert.

Bislang konnten sich Patientinnen und Patienten nur an Ärzte und Apotheker wenden, die dann nach Prüfung der Schilderungen zu entscheiden hatten, ob eine Meldung an die Behörden vorzunehmen ist oder nicht. Die neue Meldemöglichkeit stellt daher einen wichtigen Schritt zu mehr Arzneimittelsicherheit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen dar. Betroffene Patienten sollten sich nicht scheuen, die eigenen Erfahrungen direkt über eine Onlinemeldung zu berichten.

Zur Klärung von ernsthaften Gesundheitsproblemen ist selbstverständlich weiterhin der behandelnde Arzt der richtige Ansprechpartner.

Online Meldeformular des "Paul-Ehrlich-Instituts" besuchen >


21.11.2012 / Im Fokus

Organspende

Etwa drei von vier Menschen in Deutschland wollen nach dem Tod Organe oder Gewebe spenden. Aber nur weniger als 20 Prozent haben ihre Bereitschaft in einem Spendeausweis, oder gegenüber ihren Angehörigen erklärt. Damit sich mehr Menschen mit dem Thema auseinandersetzen, darüber in den Familien diskutieren und dann auch eine unabhängige Entscheidung treffen, sollen sie in Zukunft von den Krankenkassen regelmäßig angeschrieben werden.

Das "Gesetz zur Regelung der Entscheidungslösung im Transplantationsgesetz" ist am 01.11.2012 in Kraft getreten. In der Folge werden Versicherte nach dem 16. Lebensjahr ein entsprechendes Schreiben von ihrer Krankenkasse oder ihrem Krankenversicherungsunternehmen bekommen und dann alle zwei Jahre auf dieselbe Weise zur Spendebereitschaft motiviert. Die Entscheidung ist weiterhin freiwillig. Die Krankenkassen und Krankenversicherungsunternehmen stellen im Zuge dieser regelmäßigen Anschreiben kostenlos Spendeausweise zur Verfügung. Durch regelmäßige Aufklärungsarbeit sollen die Bürgerinnen und Bürger vor einer Entscheidung umfangreich informiert werden.

Das "Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes" ist bereits am 01.08.2012 in Kraft getreten. Es verbessert die konkreten Regelungen zur Organentnahme, -vermittlung und -transplantation. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Webseite "Organspende-Info" besuchen >


01.09.2012 / Service

116 117- In dringenden Fällen.

Menschen, die außerhalb der Sprechzeiten dringend ärztliche Hilfe benötigen und zum Beispiel nicht wissen, wo sich in Ihrer Nähe eine Bereitschaftsdienstpraxis befindet, können in Deutschland die 116 117 wählen. Der Anruf wird an den zuständigen Bereitschaftsdienst weitergeleitet – je nach Organisation des Dienstes direkt zu einem diensthabenden Arzt, oder einer Bereitschaftsdienst-Leitstelle. Der ärztliche Bereitschaftsdienst versorgt sowohl Kassen-, als auch Privatpatienten. Die bekannten regionalen Rufnummern für den Bereitschaftsdienst gelten auch weiterhin. Mit 116 117 jedoch entfällt langes Suchen nach der richtigen regionalen Nummer.

Der Service der 116 117 ist am 16. April 2012 gestartet. In den ersten Wochen können Sie noch nicht überall in Deutschland mit der 116 117 den ärztlichen Bereitschaftsdienst erreichen. Baden-Württemberg und das Saarland sowie Teile von Rheinland-Pfalz und Hessen folgen später. Patienten dort kontaktieren den ärztlichen Bereitschaftsdienst zunächst weiter wie bisher. Die Kassenärztlichen Vereinigungen arbeiten jedoch daran, die noch fehlenden Regionen anzuschließen.

Der Anruf der 116 117 ist für Sie kostenfrei. Die Kosten der Behandlung übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen (hier abhängig vom Vertrag und Selbstbehalt). Patientinnen und Patienten, die zum ersten Mal im Quartal eine Behandlung im Rahmen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes erhalten, müssen eine „Praxisgebühr" von zehn Euro zahlen. Die gesamte Organisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes wird von den Kassenärztlichen Vereinigungen finanziert.

Webseite "Ärztlicher Bereitschaftsdienst 116117" besuchen >


01.05.2012 / Aufklärung

IGeL-Monitor

Das Angebot von Selbstzahlerleistungen wächst. Gesetzlich Versicherte geben inzwischen etwa 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) aus. Bei der Entscheidung, ob sie eine IGeL in Anspruch nehmen und damit einen privatrechtlichen Vertrag mit dem Arzt eingehen wollen, oder ob sie trotz Empfehlung des Arztes darauf verzichten, fühlen sich viele Patientinnen und Patienten allein gelassen. Das neue Internetportal des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) bewertet Nutzen und Schaden von IGeL und hilft Versicherten bei der Entscheidung. Dabei werden die Methoden der Evidenzbasierten Medizin (EbM) genutzt. Ein Expertenteam trägt nach systematischer Suche in Datenbanken die vorhandenen Erkenntnisse über die IGeL zusammen und wertet sie aus.

Um Versicherte bei der Entscheidung für oder gegen eine IGeL-Leistung zu unterstützen, wägt das IGeL-Team Nutzen und Schaden gegeneinander ab und fasst das Ergebnis in einem Gesamtfazit zusammen. Dazu dient ein festgelegtes Schema mit fünf Kategorien: „positiv“, „tendenziell positiv“ und „unklar“ bis zu „tendenziell negativ“ und „negativ“. Inzwischen sind 26 individuelle Gesundheitsleistungen im IGeL-Monitor veröffentlicht, darunter solche, die häufig angeboten werden, wie die Glaukom-Früherkennung, oder die Akupunktur zur Spannungskopfschmerz-Prophylaxe. Außerdem sind auch Leistungen beschrieben, die per se nicht zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenkassen gehören – unabhängig davon, wie sinnvoll und hilfreich diese Maßnahmen unter Umständen sein können. Hierzu gehören z. B. die reisemedizinische Vorsorge und der Sport-Check.

Alle Analyseschritte einer Bewertung sind auf dem IGeL-Monitor dokumentiert. Jede bewertete IGeL wird in mehreren Schritten dargestellt, die von Stufe zu Stufe ausführlicher und fachlicher werden: Von einer zusammenfassenden Bewertungsaussage, mit der die Nutzen-Schaden-Abwägung in einer von fünf Kategorien ausgedrückt wird, über eine Kurzinformation für eilige Nutzer (IGeL-Info kompakt) und eine ausführlichere Beschreibung (IGeL-Info ausführlich) bis hin zu den für ein Fachpublikum hinterlegten Ergebnissen der wissenschaftlichen Recherche und Analyse. Außerdem bietet das Internetportal viele nützliche Informationen rund um IGeL, z. B.: über die Preisspanne, zu der eine IGeL angeboten wird, und gibt Tipps etwa wie sich Versicherte im konkreten Fall verhalten können, wenn ihnen IGeL angeboten werden.

Webseite "IGeL-Monitor" besuchen >


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